2017-10-08

Oktober 2017

2017-10-07 Unser 4 Wochen Trip ist um und wir sind wieder zurück in SavuSavu. Die letzten Tage der Rückfahrt waren noch etwas anstrengend, 15 bis 20 Knoten genau auf die Nase sind zwar noch nicht direkt gefährlich, Spaß macht es aber auch nicht, wenn man den ganzen Tag durchgeschüttelt wird. Einen Tag hatten wir sogar 20 bis 25 Knoten und wir haben es uns in der Bua Bay vor Anker gemütlich gemacht, wir hatten ja noch etwas Zeit und keinen Streß.
Alles in Allem gesehen war es kein schlechter Trip, wir haben keine Riffe gerammt und haben auch kein wirklich schlechtes Wetter bekommen. Die Defekt-Liste war überschaubar und es waren auch nur solche Sachen kaputt, die wir selber reparieren konnten. Wir haben 14 für uns neue Ankerplätze besucht und überall nette Leute kennengelernt.
Auf der Kontra Seite ist vielleicht der Wind zu nennen – an der Nordküste ist man im Lee der Insel und da hat es natürlich jede Menge Verwirbelungen, Ablenkungen und Abdeckungen. So kommt der Wind mitunter alle paar Minuten aus einer anderen Richtung und oft genug ist er einfach ganz weg - das macht das Segeln auch nicht einfacher.
Zurück in SavuSavu freuen wir uns wieder über ein bisschen mehr Zivilisation (die Nordküste ist mitunter schon sehr einsam), frische Lebensmittel, schnelles Internet, …. aber vor allem eine heiße Dusche mit vieeeel Süßwasser!






2017-09-09

September 2017

Wir sind dem Hafen entkommen
2017-09-09 Wir sind unterwegs! Wir wollten ja den September über segeln gehen und unsere Vorbereitungen waren alle termingerecht fertig. Die Schapps waren voll, dem Boot geht es gut, wir haben alle Permits gehabt und auch meine Baustellen sind alle rechtzeitig erledigt gewesen. Aber natürlich hat das Wetter nicht mitgespielt – viel Regen und so – und wir haben unsere Abfahrt immer wieder verschoben.
Jetzt sind wir aber endlich los gekommen – das Wetter ist immer noch nicht ideal, aber netterweise hat es erst zu Regnen angefangen, als wir gerade mit dem Ankern fertig waren.
Ankern tun wir heute übrigens in der RaviRavi Bay, eine Bucht etwa 25 Meilen westlich von SavuSavu. Ein paar grüne Hügel, ein wenig Mangrovenwald, keine Leute weit und breit – das letzte stimmt nicht ganz, denn wir haben zumindest 2 Fischer gesehen die im benachbarten Nasonisoni Kanal ihr Glück probiert haben.
Der grobe Plan ist – wieder mal – eine Runde um Vanua Levu zu fahren, mal schauen wie weit wir diesmal kommen. Zwei Mal sind wir schon losgesegelt aber beide Male in irgendeiner Bucht hängengeblieben - beim Hängenbleiben sind wir echt gut.

Ankerplatz bei Nabuwalu
2017-09-11 Heute war ein richtig komischer Tag, einer wo alles anders läuft als normal.
Angefangen hat es damit, daß wir heute in der Früh in Nabouwalu spazieren gegangen sind. Und da, erste absolute Unwahrscheinlichkeit, treffen wir auf einen sehr unfreundlichen Fijianer! So was haben wir in Fiji einfach noch nicht erlebt. In meinen Augen sind die Fijianer das freundlichste Volk, das wir bisher auf unserer Reise kennengelernt haben. Als wir später im Dorf von unserer unfreundlichen Begegnung erzählt haben, haben sie gemeint, er hat schlecht geschlafen oder ist mit Kopfweh aufgewacht und es tue ihnen sehr leid, dass uns sowas passiert ist.
Nach dem Mittagessen haben wir uns zusammengepackt und sind los nach Bua Bay, laut anderen Seglern ein super geschützter Ankerplatz. Unwahrscheinlichkeit Nummer 2 hat uns aber Westwind beschert, die einzige Richtung, nach der die Bucht offen ist. Also wieder auslaufen, es wird schon spät, das Licht ist nicht mehr das Beste, alle anderen Ankerbuchten in der Nähe sind auch nach Westen auf, aber nicht so weit offen. Also rasen wir dahin, damit wir noch sehen, wo wir unseren Anker werfen und da passiert
Das Wunder wird filetiert
Unwahrscheinlichkeit Nummer 3: in der ganzen Hektik mit gegen den Wind motoren fangen wir einen Fisch! Wir verlieren ihn nicht kurz vorm Boot, er ist essbar und ganz! Bis wir mit dem letzten Licht unsere Ankerplatz erreicht haben, hat der Wind fast aufgehört, dreht langsam auf Süden, wo er herkommen soll und so gibt es eine ruhige Nacht mit Fisch im Bauch.

2017-09-19 Heute waren wir in Lambasa. Es war mal wieder Zeit unsere Schapps zu füllen und dem Zahnarzt mußte ich auch einen Besuch abstatten.
Um den Bus zu erwischen mußten wir gestern ins Dorf Naqumu um beim Chief (etwa sowas wie der Bürgermeister bei uns) SevuSevu zu machen. Das ist eigentlich ein sehr netter Brauch. Wenn man wo neu hinkommt, ist es hier Sitte erst mal den Chief zu besuchen, ihm ein kleines Geschenk (Kawa Wurzeln) zu überreichen und ihm zu sagen, wer wir sind und was wir so vorhaben. Das ganze haben wir in den verschiedensten Dörfern schon sehr unterschiedlich erlebt, mal sehr ernst, mal eher gelangweilt, mal fragen Sie einem Löcher in den Bauch und man muß seine ganze Lebensgeschichte erzählen – je nachdem wie der Chief gerade drauf ist. Diesmal war es ein SevuSevu der lustigen und unterhaltsamen Art und wir haben uns sehr gut unterhalten. Am Ende waren wir offiziell ins Dorf aufgenommen und dürfen uns frei im Dorfgebiet bewegen.
Busse ohne Fenster in LambasaHeute sind wir dann um kurz nach 5 Uhr aus den Bett, um die Flut nicht zu verpassen. Nur bei Flut kommt man hier nämlich einigermaßen vernünftig an Land – bei Ebbe läuft man Gefahr, 100 Meter vor dem festen Boden mit dem Dinghy im Schlamm stecken zu bleiben.
Es gibt hier genau 2 Busse am Tag, einen um 7 Uhr in Richtung Lambasa und einen um 3 Uhr wieder zurück.
Lambasa ist in der Luftlinie nur etwa 35 Kilometer entfernt, auf der Straße etwa 50km, trotzdem dauert die Busfahrt etwa 1:45 Stunden – mehr braucht man über die Busse und die Straßen hier in der Gegend nicht zu wissen. Wenn man endlich dort ist, ist man wirklich gründlich durchgeschüttelt und eingestaubt – der Bus hat nämlich keine Fenster.
Eine Plombe und viele Einkäufe später ging es schwer bepackt zurück und um kurz nach 5 Uhr waren wir wieder am Boot.
PS: Eine Plombe kostet hier übrigens umgerechnet 20€ und der Zahnarzt ist sogar richtig gut.

Unser Trip an der Nordküste von Vanua Levu
2017-09-28 Wir sind jetzt fast 3 Wochen unterwegs und langsam ist es Zeit umzudrehen. Vorgestern wollten wir noch ein Stück weiter nach Osten fahren, aber dann ist die Lichtmaschine (kurz auch als LiMa bekannt) ausgefallen und wir sind zur Sicherheit umgedreht um wieder in bewohnteres Gebiet zu kommen – es gibt schöneres als mit einer kaputten LiMa irgendwo im Nirgendwo festzusitzen. Also sind wir zurück nach Tivi Island gefahren, da liegt man sehr sicher und hat im Notfall auch die Möglichkeit einen Bus nach Lambasa zu erwischen.
Gestern war also reparieren angesagt und das Ganze hat sich zum Glück nur als eine Kleinigkeit herausgestellt – die Masseleitung zur LiMa war abgebrochen. Und wenn sich jetzt vielleicht wer fragen sollte: “Was ist denn das für eine Masseleitung bei einer LiMa, die Masse kommt doch üblicherweise direkt vom Motor???“ - dem sei in Erinnerung gerufen, daß wir ein Alu-Boot haben und die Masse der LiMa fein säuberlich vom Motor und Rump getrennt sein muß, sonst leidet das Alu.
Heute ist ein Tag zum Füße hochlegen, Tee trinken, ein schönes Buch zu lesen und Andrea backt sogar einen Papayakuchen – oder anders ausgedrückt, es zieht gerade eine Schlechtwetterfront durch. Es regnet alle paar Minuten und der Wind weiß auch nicht so recht aus welcher Richtung er blasen soll. Wenn wir Glück haben sammeln wir zumindest genug Wasser um unsere Tanks wieder voll zu bekommen. Wenn das nur ein oder zwei Tage sind und das nicht zu oft, dann sind das auch sehr schöne und gemütliche Tage. Hauptsache man hat einen guten Ankerplatz und die Schapps sind voll.